Letztens musste ich in meiner Mittagspause richtig lachen. Da las ich nämlich einen Bericht über Yoshiro Mori, den Vorsitzenden des Organisationskommittees der Olympischen Spiele in Tokyo.

 

Herr Mori, der übrigens auch bereits japanisches Staatsoberhaupt gewesen ist, machte Schlagzeilen, mit seinen Aussagen, dass Besprechungen sich hinziehen würden, wenn viele Frauen dabei wären, da diese Zuviel reden würden.

 

Ich finde das, ehrlich gesagt, köstlich. Denn wenn etwas der Fall ist, dann das krasse Gegenteil.

 

Meine Erfahrung ist, dass viele Männer sich sehr gerne reden hören, während die meisten Frauen in der Regel dann sprechen, wenn sie was zu sagen haben.

 

Nur haben Sie oft ein Problem, überhaupt zu Wort zu kommen.

 

Und das sind nicht nur meine subjektiven Erfahrungen – das ganze wurde bereits wissenschaftlich untersucht.

Dass Statussymbole wichtig sind, wissen wir Frauen mittlerweile. Auch wenn wir insgeheim darüber schmunzeln.

Kein Karriereratgeber, der nicht ein Kapitel über Dienstwagen, Bürogröße oder den eigenen Parkplatz auf dem Firmengelände bringt.

Der karrierebewusste Mann zeigt über Statussymbole seiner Umwelt, welchen Status – also welchen Rang – er hat. Status muss also offensichtlich wichtig sein.

Aber wussten Sie, dass es neben Status oder Rang auch noch eine weitere Achse gibt, die beachtet werden muss? Wenn Sie ein Mann sind, fragen Sie sich wahrscheinlich, warum die jetzt über was schreibt, das doch völlig klar ist. Wenn Sie eine Frau sind, fragen Sie sich vielleicht, „Wovon spricht die überhaupt?“.

Ich meine das Revier. Der Duden spricht beim Revier von einem begrenzten Bereich, den ein Tier als sein Territorium betrachtet. Lt. Wikipedia stellt das Revier eine Ansammlung von Ressourcen dar und lohnt daher auch, verteidigt zu werden. Die Verteidigung dieses Bereiches nennt man auch Territorialverhalten und das gibt es auch beim Menschen.

Warum ist das wichtig? Und was hat das mit unserem Alltag in Unternehmen zu tun?

So, der Januar ist fast um und jetzt kommt die beliebte Frage: Wie sieht es denn mit Ihren guten Vorsätzen aus? Schon aufgegeben? Oder haben Sie sich gar keine gesetzt, weil Sie sie sowieso nie einhalten? 

Dann darf ich erst mal sagen: Es liegt nicht an Ihnen! 

Wir Menschen haben ja eine unglaublich großartige Vorstellungskraft. Und wenn es uns gut geht und wir entspannt sind (und der Januar oder der Montag noch weit weg sind) können wir uns in den lebhaftesten Farben ausmalen, was wir im nächsten Jahr/nächsten Monat/nächste Woche alle anders machen werden. Die Frauenzeitschriften, mit ihren Diäten auf dem Cover haben ein Geschäftsmodell daraus gemacht.

Und an Tag 2, spätestens Tag 3 der neuen Zeitrechnung fällt uns die erste Entschuldigung ein, warum wir jetzt doch keine Zeit/keine Möglichkeit haben, unser Vorhaben umzusetzen. 

Bedeutet das also, dass wir zur Hoffnungslosigkeit verdammt sind und nie etwas ändern können? 

Mitnichten. Wir gehen nur von falschen Voraussetzungen aus. Wir denken, dass Willenskraft uns weiterbringt und wenn wir genügend Willenskraft haben, dann funktioniert die Veränderung schon. Und wenn wir keine Willenskraft haben, dann sind wir „faul“ oder „nicht gut genug“ oder eh „hoffnungslos“. 

Dabei sind wir einfach nur menschlich.

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