Können Sie sich noch an das letzte Mal erinnern, an dem Sie so richtig ordentlich einen auf die Mütze bekommen haben?

Was war es denn? Ein Kollege, der Ihnen im Meeting verbal eine mitgibt, nach dem Motto „Was verstehst du schon davon?“ Der Chef, der Ihnen sagt, nur um Sie zu stärken natürlich, dass Sie unter Beschuss stehen und „andere“ an Ihrer Kompetenz zweifeln würden? Oder der Vorgesetzte, der süffisant grinst, während Sie am Flughafen vor ihm an der Sicherheitskontrolle die Jacke ablegen und vernehmen lässt, dass Sie ruhig noch mehr ausziehen dürften?

Kennen Si e das, meine Damen?

Dann darf ich Ihnen gratulieren. Warum? Denn wenn es Ihnen so schon mal ergangen ist, dann haben Sie höchstwahrscheinlich etwas sehr richtig gemacht. Sie haben korrekt gelesen.

Sie haben etwas sehr richtig gemacht.

Wie komme ich darauf?

Vielleicht haben Sie schon mal das Sprichwort gehört „Einen toten Hund tritt man nicht“. Und genauso verhält es sich auch mit Angriffen in Unternehmen. Und alles was ich oben beschrieben habe, waren Angriffe. Wenn Sie attackiert werden – und jetzt setzen wir mal voraus, dass Sie nicht eine völlige Niete in Ihrem Job sind – dann geschieht das oft, weil Sie etwas richtig gemacht haben. Weil irgendjemand von Ihnen Angst hat. Weil Sie jemandem gefährlich werden. Oder weil Sie Ihren Job so gut und mit solcher Leichtigkeit machen, dass ein anderer denkt „den hätte ich auch gerne“. Und dann gibt es natürlich noch den Klassiker: Der Vorgesetzte, der eine kompetente Mitarbeiterin sieht und befürchtet, dass Sie an seinem Stuhl sägt.

Sie werden also angegriffen, weil man Sie wahr- und ernst nimmt.

Letztens musste ich in meiner Mittagspause richtig lachen. Da las ich nämlich einen Bericht über Yoshiro Mori, den Vorsitzenden des Organisationskommittees der Olympischen Spiele in Tokyo.

 

Herr Mori, der übrigens auch bereits japanisches Staatsoberhaupt gewesen ist, machte Schlagzeilen, mit seinen Aussagen, dass Besprechungen sich hinziehen würden, wenn viele Frauen dabei wären, da diese Zuviel reden würden.

 

Ich finde das, ehrlich gesagt, köstlich. Denn wenn etwas der Fall ist, dann das krasse Gegenteil.

 

Meine Erfahrung ist, dass viele Männer sich sehr gerne reden hören, während die meisten Frauen in der Regel dann sprechen, wenn sie was zu sagen haben.

 

Nur haben Sie oft ein Problem, überhaupt zu Wort zu kommen.

 

Und das sind nicht nur meine subjektiven Erfahrungen – das ganze wurde bereits wissenschaftlich untersucht.

Dass Statussymbole wichtig sind, wissen wir Frauen mittlerweile. Auch wenn wir insgeheim darüber schmunzeln.

Kein Karriereratgeber, der nicht ein Kapitel über Dienstwagen, Bürogröße oder den eigenen Parkplatz auf dem Firmengelände bringt.

Der karrierebewusste Mann zeigt über Statussymbole seiner Umwelt, welchen Status – also welchen Rang – er hat. Status muss also offensichtlich wichtig sein.

Aber wussten Sie, dass es neben Status oder Rang auch noch eine weitere Achse gibt, die beachtet werden muss? Wenn Sie ein Mann sind, fragen Sie sich wahrscheinlich, warum die jetzt über was schreibt, das doch völlig klar ist. Wenn Sie eine Frau sind, fragen Sie sich vielleicht, „Wovon spricht die überhaupt?“.

Ich meine das Revier. Der Duden spricht beim Revier von einem begrenzten Bereich, den ein Tier als sein Territorium betrachtet. Lt. Wikipedia stellt das Revier eine Ansammlung von Ressourcen dar und lohnt daher auch, verteidigt zu werden. Die Verteidigung dieses Bereiches nennt man auch Territorialverhalten und das gibt es auch beim Menschen.

Warum ist das wichtig? Und was hat das mit unserem Alltag in Unternehmen zu tun?

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