Haben Sie gerade die Zusage für eine neue Stelle erhalten? Oder treten Sie vielleicht eine neue Stelle an? Dann an dieser Stelle: Gratulation!

 

Eine neue Aufgabe antreten zu dürfen ist ein herrliches Gefühl. Wie schon Hermann Hesse sagte „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“ – der Zauber, der uns umgibt, wenn die Zukunft mit ihren Möglichkeiten vor uns liegt. Wenn wir neue Spuren setzen können und wir den Mut haben, einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen. Wenn wir alles, was wir gelernt haben, jetzt an einem neuen Ort mit neuen Menschen einsetzen können.

 

Also alles „tutto bene“, oder? Naja, nicht ganz. Was wir oft vergessen – ein neuer Job bedeutet Veränderung. Und Veränderung braucht Kraft.

 

Meiner Erfahrung nach überschätzen wir oft, wieviel Tribut eine gewollte, ja sogar manchmal herbeigesehnte, Veränderung von uns fordert. Deshalb habe ich hier meine Top 5 Tipps zusammengestellt, die Ihnen bei Veränderungen jeder Art helfen. Here weg go:

 

Kürzlich habe ich mit einer befreundeten Führungskraft gesprochen. Meine Freundin führt schon lange erfolgreich ein erfolgreiches Vertriebsteam. Während unseres Gesprächs kamen wir auf ihren neuen Chef zu sprechen. Sie ist recht angetan von ihm, jedoch äußerte sie auch einige Bedenken. Da ihr Vorgesetzter an einem anderen Standort sitzt, hat sie Angst, sie könne abgehängt werden. Schließlich laufen sie sich ja praktisch nie über den Weg.

 

Naja, meinte ich, das sei ja vor allem seit Corona überhaupt kein Problem. Schließlich sitzen die wenigsten gerade in einem Gebäude mit ihren Ansprechpartnern und wir sind ja alle mittlerweile mehr als geübt in Videokonferenzen. Ich sagte also, sie könne doch einfach mit ihm regelmäßig eine Videokonferenz machen.

 

Da zeigte sich dann die Krux des Ganzen: Meine Freundin hatte Hemmungen auf ihren Chef zuzugehen und von ihm „einfach so“, ohne Grund sozusagen, einen Abstimmungstermin zu bitten.

 

Nach dem Motto „Ich habe aber doch gar nichts abzustimmen, weil ich meine Probleme alle selber löse. Was soll ich also mit ihm reden?“.

 

Auf diese Haltung bin ich schon öfters gestoßen – und interessanterweise immer bei Frauen. Und dieses Verhalten ist meiner Meinung nach ein Problem.

 

Warum?

 

Da morgen Muttertag ist, möchte ich heute meine Gedanken zu diesem Thema teilen. 

Ich bin zwar keine Mutter, jedoch glaube ich, dass das Thema Karriere und Mutterschaft untrennbar miteinander verbunden sind. Und mit Karriere meine ich auch gar, sich an der Karriereleiter hochzuhangeln, sondern Karriere im Sinne der Bedeutung des englischen Wortes „Career“. Da beinhaltet das Wort nämlich das gesamte berufliche Leben eines Menschen, egal auf welcher Position in der Hierarchie dieser Mensch steht.
Und in diesem Sinne sind Berufsleben und Mutterschaft im Leben einer Frau nicht zu trennen.
 
Alle meine Freundinnen sind Mütter. Die erste wurde Mutter eines kleinen Mädchens und diese Kleine macht in diesem Jahr Abitur. Sie aufwachsen zu sehen, war und ist eine der großen Freuden meines Lebens in den letzten 20 Jahren gewesen.
Mittlerweile habe ich viele Mitarbeiterin/innen führen dürfen, die Eltern geworden sind. Ich weiß, wie schwer es ist, Elternschaft und Berufsleben unter einen Hut zu bringen, obwohl sich in Sachen Betreuung und Elterngeld in den letzten 10 Jahren viel getan hat. Ich bin fest davon überzeugt, dass es die Aufgabe von Unternehmen ist, hier entsprechende Flexibilität an den Tag zu legen, damit Eltern nicht für Elternschaft bestraft werden.
 
Was mir auffällt: Frauen und insbesondere Mütter scheinen ein permanent schlechtes Gewissen zu haben. Und hier möchte ich Sie ermutigen, dieses schlechte Gewissen abzulegen. Denn: Es ist nicht Ihre Schuld – es ist systemimmanent.

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