So, der Januar ist fast um und jetzt kommt die beliebte Frage: Wie sieht es denn mit Ihren guten Vorsätzen aus? Schon aufgegeben? Oder haben Sie sich gar keine gesetzt, weil Sie sie sowieso nie einhalten? 

Dann darf ich erst mal sagen: Es liegt nicht an Ihnen! 

Wir Menschen haben ja eine unglaublich großartige Vorstellungskraft. Und wenn es uns gut geht und wir entspannt sind (und der Januar oder der Montag noch weit weg sind) können wir uns in den lebhaftesten Farben ausmalen, was wir im nächsten Jahr/nächsten Monat/nächste Woche alle anders machen werden. Die Frauenzeitschriften, mit ihren Diäten auf dem Cover haben ein Geschäftsmodell daraus gemacht.

Und an Tag 2, spätestens Tag 3 der neuen Zeitrechnung fällt uns die erste Entschuldigung ein, warum wir jetzt doch keine Zeit/keine Möglichkeit haben, unser Vorhaben umzusetzen. 

Bedeutet das also, dass wir zur Hoffnungslosigkeit verdammt sind und nie etwas ändern können? 

Mitnichten. Wir gehen nur von falschen Voraussetzungen aus. Wir denken, dass Willenskraft uns weiterbringt und wenn wir genügend Willenskraft haben, dann funktioniert die Veränderung schon. Und wenn wir keine Willenskraft haben, dann sind wir „faul“ oder „nicht gut genug“ oder eh „hoffnungslos“. 

Dabei sind wir einfach nur menschlich.

Haben Sie gerade die Zusage für eine neue Stelle erhalten? Oder treten Sie vielleicht eine neue Stelle an? Dann an dieser Stelle: Gratulation!

 

Eine neue Aufgabe antreten zu dürfen ist ein herrliches Gefühl. Wie schon Hermann Hesse sagte „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“ – der Zauber, der uns umgibt, wenn die Zukunft mit ihren Möglichkeiten vor uns liegt. Wenn wir neue Spuren setzen können und wir den Mut haben, einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen. Wenn wir alles, was wir gelernt haben, jetzt an einem neuen Ort mit neuen Menschen einsetzen können.

 

Also alles „tutto bene“, oder? Naja, nicht ganz. Was wir oft vergessen – ein neuer Job bedeutet Veränderung. Und Veränderung braucht Kraft.

 

Meiner Erfahrung nach überschätzen wir oft, wieviel Tribut eine gewollte, ja sogar manchmal herbeigesehnte, Veränderung von uns fordert. Deshalb habe ich hier meine Top 5 Tipps zusammengestellt, die Ihnen bei Veränderungen jeder Art helfen. Here weg go:

 

Kürzlich habe ich mit einer befreundeten Führungskraft gesprochen. Meine Freundin führt schon lange erfolgreich ein erfolgreiches Vertriebsteam. Während unseres Gesprächs kamen wir auf ihren neuen Chef zu sprechen. Sie ist recht angetan von ihm, jedoch äußerte sie auch einige Bedenken. Da ihr Vorgesetzter an einem anderen Standort sitzt, hat sie Angst, sie könne abgehängt werden. Schließlich laufen sie sich ja praktisch nie über den Weg.

 

Naja, meinte ich, das sei ja vor allem seit Corona überhaupt kein Problem. Schließlich sitzen die wenigsten gerade in einem Gebäude mit ihren Ansprechpartnern und wir sind ja alle mittlerweile mehr als geübt in Videokonferenzen. Ich sagte also, sie könne doch einfach mit ihm regelmäßig eine Videokonferenz machen.

 

Da zeigte sich dann die Krux des Ganzen: Meine Freundin hatte Hemmungen auf ihren Chef zuzugehen und von ihm „einfach so“, ohne Grund sozusagen, einen Abstimmungstermin zu bitten.

 

Nach dem Motto „Ich habe aber doch gar nichts abzustimmen, weil ich meine Probleme alle selber löse. Was soll ich also mit ihm reden?“.

 

Auf diese Haltung bin ich schon öfters gestoßen – und interessanterweise immer bei Frauen. Und dieses Verhalten ist meiner Meinung nach ein Problem.

 

Warum?

 

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